Ende des Shoppings oder…

… wie Frau schnell zur Kohle für den nächsten Shoppingbummel kommt.

Aber mal von vorne: Aus welchem Grunde auch immer ließ ich mich von meiner Mutter dazu überreden, einen Bummel durch Goslar zu machen mit anschließendem Weihnachtsmarkt-Besuch in Wolfenbüttel. Da sie sich viel um Junior kümmert, muss sich wohl mein Gewissen eingeschaltet haben und irgendwie konnte ich nicht “Nein!” sagen, was nach Ansicht des Prinzen wohl mein größtes Manko ist. Naja, muss er wohl mit leben. Oder ich. *räusper*

Junior und ich standen am Samstag also gegen acht Uhr auf, damit wir pünktlich (!!!) – soll heißen gegen halb zehn – in Goslar sind. *gähn* Außer dass es arsch eisigkalt war, war es nicht sonderlich aufregend – zunächst nicht. Da der Liebste sein Wochenende einmal mehr im Crepes-Stand in Wolfenbüttel auf dem Weihnachtsmarkt verbrachte, schlug ich also so meine Zeit tot.

Aufgrund der bereits erwähnten eisigen Temperaturen dachte ich mir beim Anblick einen warmen Fleecepullis, dass der Prinz den mit Sicherheit gut vertragen könnte und nahm ihn mit. Bloß gut!!! Weibliche Intuition oder sowas.

Nun ja, wir verweilten in so ziemlich allen namenhaften Geschäften der Goslarer Innenstadt und gegen Mittag fuhren wir mit vollen Shoppingtüten Richtung Wolfenbüttel. Ach, ihr wollte wissen, was ich gekauft habe? Wasn das für ne blöde Frage – ich bin ne Frau: Klamotten natürlich :mrgreen:

Kurz nach zwei Uhr waren wir dann in Wolfenbüttel und schlenderten erst ne Runde durch Herti* bevor wir den Weihnachtsmarkt erstürmten. Aus welchem Grund auch immer, wurden Juniors Schritte immer schneller. Was die Aussicht auf ein Nutella-Crepe so alles auslöst, verblüfft mich jedesmal wieder.

Am Crepes-Stand angekommen, stand mir ein durchgefrorener, ganz elend dreinblickender Prinz gegenüber. Irgendwie gings dem Liebsten nicht so wirklich gut.

Manchmal muss eine Frau eben tun, was eine Frau tun muss.

Getreu diesem Motto schickte ich den Liebsten mit Oma und Junior im Gepäck kurzerhand nach Hause und übernahm seine Schicht. Natürlich nicht ohne die Klamotten zu tauschen und mich in das neue Fleece zu kuscheln, was eigentlich für den Prinzen bestimmt war – eigentlich. Das Hallo der Kundschaft beim Auspellen soll an dieser Stelle mal unerwähnt bleiben.

Mein freundlicher Kollege hat die Crepes gebacken und ich habe Getränke ausgeschenkt. Alles gut. Bis, ja bis, etwa halb sechs. Eine Menschentraube vorm Stand, alle Hände voll zu tun und plötzlich – PENG! Sicherung raus. Mein netter Kollege und ich schauten uns im Halbdunkel der restlichen Weihnachtsmarktbeleuchtung an, keiner eine Ahnung habend, wo die Sicherung oder der Sicherungskasten ist.

Also rief ich erstmal die Königliche Hoheit an – und riss ihn aus dem Schlaf. Habt ihr schon mal Prinzen aus dem Schlaf gerissen? Löwen, die drei Wochen nix gefressen haben sind handzahm dagegen. *indieluftpfeif* Nun ja, ich also mit sämtlichen Schlüsseln bewaffnet hinter den Stand und an den Sicherungskasten. Begeisterung auf der ganzen Linie: ein Raubtier am Ohr und geschätzte hundert Schlüssel in der Hand, von denen einer nur zum Schloß des Kastens passte. Prima, gaaanz prima.

Aber B. aus der Zipfelwerkstatt stand mir tatkräftig zur Seite, so dass wir doch den passenden Schlüssel gefunden haben. Aber *schluck* alle Sicherungen drin, auch der FI-Schalter war ok. Ich hektisch, B. hektisch, Prinz am Ohr hektisch. Ne Mischung, wie zehn Sekunden vorm Ausbruch des Vesuv. Das war der Moment, in dem ich mich gefragt habe, ob ich eigentlich völlig bescheuert bin, dass ich mir das antue. Ich muss die Frage wohl bejahen…

Kurzerhand riefen wir dann die Firma an, die für die Elektrik des Weihnachtsmarktes zuständig ist. Die gute Frau war in fünf Minuten da, faselte was von Kurzschluss und morkelte irgendwas an den Sicherungen rum, dann ging alles wieder. Oh Wunder wir hatten wieder Licht und konnten auch wieder Getränke ausschenken.

Puh so ein Tag, und das alles nur, weil ich zu meiner Mutter nicht “NEIN!” sagen konnte…

Ich muss definitiv über meine konsquente Inkonsequenz nachdenken :-D

~ von Die Prinzessin! am 16. Dezember 2007.

3 Antworten to “Ende des Shoppings oder…”

  1. :shock: So was machst du, nur damit du dir neue Klamotten kaufen kanst?! *g* Du bist eine richtige Tussi… öhm… du bist eine Heldin, wollte ich sagen. :mrgreen:

    Nachdenken über die konsequente Inkonsequenz. Ja, das kenne ich. *g* Ich denk da auch immer wieder drüber nach. Ohne Ergebnis. :cool:

  2. Nein *kopfschüttel* , nicht damit ich mir neue Klamotten kaufen kann. NUR (!!!), weil es dem Liebsten nicht gut ging :mrgreen:

    Ach du Shit, du bist auch so eine konsequent Inkonsequente??? Ich hab ne neue Ausrede: “Schaaatz, da kann ich nix für, ist genetisch” *LOL*

  3. Nein. Das ist die falsche Erklärung. Sie müssen dem Kind einen anderen Namen geben, Hoheit.

    Die richtigen Adjektive für den Zustand der konsequenten Inkonsequenz sind unter anderem: flexibel, anpassungsfähig, vielseitig interessiert, entscheidungsfreudig… das wären so die ersten korrekten Bezeichnung für diesen Zustand, die mir aus dem Stehgreif einfallen.

    Und? Ist es nicht wunderbar, konsequent inkonsequent zu sein?! :cool:

Einen Kommentar schreiben