Wenn ich Chef wäre…
… würde ich mich fragen, was ich falsch mache, wenn mein Büro so laufen würde wie unseres.
Nach einem langen Gespräch zwischen meiner Chefin und einem Eigentümer, dessen Wohnungen unser Büro verwaltet, lief der Tag nur noch beschissen. Es stellte sich heraus, dass der Eigentümer sämtliche Objekte an eine Bank verkauft hat - nicht aus heiterem Himmel heraus, das macht man ja nicht zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken. Nein, vielmehr steht das Thema seit Jahren im Raum und nun endlich hat er einen Investor gefunden, der die Häuser zu den gewünschten Konditionen kauft. Schön für den Eigentümer.
Schlecht für uns, sehr schlecht. Denn Mitte des Jahres werden die Objekte aus unserer Verwaltung verschwinden. Einiges an Umsatz wird wegbrechen, aber kaum etwas an Arbeitsaufwand. Da die Mieter in den Objekten pflegeleicht sind und wir diese Objekte auch schon über 10 Jahre betreuen, lief alles ohne großen Aufwand quasi nebenbei. Umso schmerzlicher.
Die erste Reaktion der Chefin: Wir müssen zwei Arbeitsplätze streichen. Bums.
Liebe Chefin: Wenn nur geschätzte 15 Prozent des Arbeitsvolumens wegfallen, wie können wir dann mit zwei Mitarbeitern weniger auskommen???
Ich frag ja nur mal…
Sicher ist es bitter, wenn Jahresumsatz in Höhe von zwei Jahresgehältern wegbricht, unüberlegt liegt die Äußerung der Entlassung zweier Mitarbeiter nahe. Wie gesagt: UNüberlegt. Als Chef/-in sollte man jedoch überlegen, bevor man solche Äußerungen in den Raum stellt. Schließlich ist das der Arbeitsmoral der Belegschaft nicht unbedingt förderlich. Also erstmal drüberschlafen und Alternativen überlegen, bevor ich als Chef sowas meinen Mitarbeitern gegenüber äußere…
Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, warum wir arbeiten und arbeiten, aber das Geld auf Chefins Konto nicht proportional dazu wächst?! Vielleicht, weil wir geschätzte 20 Prozent unserer Zeit mit Arbeiten verbringen, die mit der monatlichen Verwaltergebühr nicht abgegolten sind, aber auch nicht gesondert in Rechnung gestellt werden? Vielleicht sollte man da mal anfangen, Dinge zu ändern…
Wenn ich Chef wäre… aber ich bins nun mal nicht. Und genau deswegen werde ich mir keine Arbeit mit nach Hause nehmen und auch nicht am Wochenende arbeiten. Sollte meine Chefin mein Gehalt dem seit Monaten ständig wachsendem Arbeitspensum anpassen, könnte ich meine Einstellung vielleicht überdenken.
Aber bei dem momentanen Einkommen - genieße ich meine Freizeit mit meiner Familie in vollen Zügen und plane nebenbei meine private Zukunft. Denn ich habe nicht vor, mich im Büro “verheizen” zu lassen, wie man so schön sagt.
Es wird in nächster Zeit wieder unzählige Umorganisationen in umserem Büro geben, darauf freue ich mich ganz besonders. Das Motto der nächsten Wochen und Monate heißt dann wohl: Dienst nach Vorschrift. 100 Prozent, vielleicht mal 110. Mehr will ich unter den Arbeitsbedingungen nicht in die Firma investieren… Ich weiß, was ich im Stande zu leisten bin, aber ausnutzen lasse ich mich nicht.





ja, manchmal wüsste ich auch gerne, was in sogenannten “manager-köpfen” vorgeht. wahrscheinlich viel zu wenig, sonst würden sie nicht auf so hirnrissige ideen kommen. tja, dann heißt es wohl nun aquirieren und neue kunden finden, die das loch ausgleichen… scheiss-spiel!
Morgen, Sweetheart. Sie haben ein neues Headerbild. Schaut gut aus.
Dienst nach Vorschrift würde ich in diesem Fall auch nur noch machen. Wenn die zusätzlich geleistete Arbeit nicht anerkannt wird und dann noch so unklug agiert wird - dann ist das nur konsequent. Ginge mir nicht anders.
Ich sags euch! Es ist zum Mäuse melken, k*tzen darf man hier nicht schreiben. Von Spaß am Arbeiten sind wir aktuell soweit entfernt wie der Nordpol vom Südpol…
Ich muss mich zwanghaft bremsen, dass ich nicht schon wieder einen Gang zulege. Hier türmt es sich, aber mir solls egal sein. Nicht mein Problem…
Leider ist es so üblich weniger auf die Mitarbeiter zu achten, sondern mehr auf die Zahlen.
Bei meinem letzten Arbeitgeber war es ja genau so. Ein Großkunde nach dem anderen ist aus den Verträgen ausgestiegen. Aber meinst Du die Geschäftsführung hat zugesehen das der Service optimiert wird (denn am Service hat es gelegen das die Kunden abspringen), damit die wenigen Kunden gehalten werden können? NEIN, ganz im Gegenteil! Erfahrene Leute und Servicemitarbeiter werden entlassen, und die anstehenden Arbeiten wird Leuten überlassen die davon keine Ahnung haben… aber billiger sind.
Eine Frage der Zeit bis auch die letzten Kunden abspringen… nur man gut das ich das in dem Laden nicht mehr mitbekommen muß.
@ Andi: Klingt ja grauenhaft. Der Service passt bei uns (noch), aber wenn Chefin das so durchzieht, wie sie es angedeutet hat, dann gute Nacht. Service adé. Aber das muss sie alleine entscheiden und dann auch mit den Konsequenzen leben.
Gibts bei dir jobtechnisch eigentlich schon ne heiße Spur???
Prinzessin, wie man es nimmt. Eine Spur gibt, aber eben total unterbezahlt.
Unterbezahlt klingt nicht sehr aufbauend. Total unterbezahlt klingt nach Ausbeutung… Halt die Ohren steif!!!