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Sand soweit das Auge reicht

… vermutet man nur an langen weißen Stränden, umspült von den warmen Wellen des azurblauen Meeres.

Träumt schön weiter. Sand gibts auch hier - in rauhen Mengen. Wenn ich den Sand sammeln würde, könnte ich vor der Haustür einen Privatstrand aufmachen und horrenden Eintritt verlangen. Junior ist der Lieferant - täglich kommt eine große Ladung hier an. Wenn alle Kinder soviel Sand aus dem schulischen Sandkasten mit nach Hause nehmen wie der kleine Sonnenschein, dann müsste jeden Tag eine neue Lkw-Lieferung für Nachschub in der Schule sorgen.

Ich weiß nicht, wie der kleine Mann es immer wieder schafft, den Sand in sämtliche Lagen seiner Kleidung zu schaufeln. Ich kann nicht mal in Schuhen laufen, wenn nur drei Krümelchen Sand drin wären - Junior stören keine drei Löffel voll - pro Schuh (!!!). Daran habe ich mich gewöhnt: ich leere die Schuhe bereits in der Schule aus, wenn ich Junior abhole. So weit, so gut.

Als wir heute nach Hause kamen, lief zunächst das übliche Programm: Hände waschen und neue Socken anziehen, dann was futtern. Augenscheinlich war das Kind sauber. Aber meine Augen ließen mich voll im Stich, wie sich später noch herausstellen sollte…

Junior ging also in sein Zimmer spielen - er lag auf seinem Bett, schaute sich ein Buch an, spielte mit seinem Nintendo DS und gammelte so rum genoss seine Freizeit. Dann gab es Abendessen, das übliche Bad-Programm und dann brachte die fürsorgliche Mami den Junior ins Bett. *Knirsch* Ich setzte meinen Fuß auf den Laminatboden im Kinderzimmer. *Knirsch* Und wieder, bei jedem Schritt. SAND!!! Boah, mir rollten sich gleich die Fußnägel hoch, ich hasse Sand.

Ich schlug die Bettdecke zurück - da fiel eine halbe Wagenladung Sand zu Boden. Jetzt knirschte es überall. Arrrgh. Staubsauger raus und das Bett abgesaugt, dann noch den Fußboden. Danach nahm ich Junior erneut in Augenschein, der ja nach dem Wannengang nun anscheinend wirklich sauber war. Also kuschelte ich den Kleinen in sein Bett und schlich dann vorsichtig auf das nächste Knirschen unter meinen Füßen wartend ins Bad.

Und da war er - mein ganz persönlicher Strand. Er erstreckte sich innerhalb der Badewanne vom Kopf- bis zum Fußende. Der Sand schien förmlich aus dem Kinde zu rieseln - wie sonst könnte man sich den heimischen palmenlosen Strand erklären???

In der Hose fanden sich auch noch tonnenweise unzählige Sandkörner, was die Vermutung aufkommen lässt, dass Junior seinen ganz persönlichen Strand gefunden hat: der Sandkasten in der Schule. Er muss darin gebadet haben.

Es wird Frühling!

~ von Die Prinzessin! am 10. März 2008.

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