oder: Warum ich Freitag stinkesauer war!
Wir hatten einen neuen Spüli bestellt - bei N*ck*rmann, einen von Bau*necht, schließlich wissen die, was Frauen wünschen. Erzählen uns zumindest die bunten Bilder mit halbnackten Männern, die wir im Viertelstundenrhythmus konsumieren dürfen, wenn wir denn mal fernsehen.
Genau der halbnackte Mann Spüli sollte nun am Freitag geliefert werden. Wunschterminlieferung nennt man diesen Luxus. Schließlich bestand die Wahlmöglichkeit, ob Freitag vormittag oder doch lieber erst nach 13 Uhr. Und da ich freitags immer Mittagskind bin wenn nichts dazwischen kommt, sollte der Spüli also nach 13 Uhr geliefert werden - macht ja auch Sinn! Wir warten also am Donnerstag auf den versprochenen Anruf der Spedition, damit wir den Wunschtermin nennen konnten. Aber *Trommelwirbel* kein Anruf, nicht mal ein zartes Klingeln konnten wir vernehmen, Es kam auch keine Mail oder sonstige Nachricht, was im Zeitalter der Technik sehr zu wünschen übrig lässt. Es kam wie es kommen musste:
Nachdem der Prinz 2.0!!! am Freitag früh endlich jemanden beim N*ck*rmann Kundenservice erreicht hat, teilte die Dame am anderen Ende der Telefonleitung mit, dass die Lieferung für vormittags vorgesehen ist - vormittags heißt zwischen 8 Uhr und 13 Uhr. Nett, dass wir das schon um kurz vor 9 Uhr erfahren haben.
Da kann man glatt und ganz schnell noch einen Tag Urlaub nehmen, damit man den Spüli in Empfang nehmen kann. Es ereilte mich also der Anruf des Prinzen 2.0!!! und die Maschinerie nahm ihren Lauf…
Zuerst rief ich meine Mutter an, damit die schnellstmöglich in unserer Wohnung Stellung bezieht, um den neuen Spüli in Empfang zu nehmen und den alten Spüli loszuwerden. Der zweite Anruf ereilte unsere Nachbarin, die dazu verdonnert wurde, einen Zettel an unsere Klingel zu pappen, dass ab 10 Uhr jemand da ist und der Fahrer einfach dann nochmal vorbei kommen möchte. Ich habe meine Schäfchen alle auf ihre Posten gebracht und das hat auch prima funktioniert!
Ich kam also Mittag nach Hause, selbstverständlich hatte ich den Briefkasten inspiziert, hätte ja sein können, dass die Spedition schon vorher da war, also bevor der Zettel hing und meine Mutter in der Wohnung war. Nix drin außer Zeitungen und Werbeprospekten. Nochmal sicherheitshalber den Haufen durchgewühlt und ab nach oben. Meine Mutter wartete seelenruhig mit dem alten Spüler auf die Ankunft des Spediteurs. Um es mit Spongebobs Worten zu sagen: “und wir warten, und wir warten…” Und wenn sie nicht gestorben sind, warten sie noch immer!
Kurz nach 12 Uhr kommt bei uns immer die Post, deswegen schlich ich gegen 12:20 Uhr nochmal zum Briefkasten - und? Jawoll, da fand ich einen gelben Zettel ganz oben aufliegend. Darunter noch ein Brief, den die Postfrau eingesteckt haben muss. Es liegt also die Vermutung nahe, dass der Zettel in einem benachbarten Briefkasten lag und von dem Nachbarn in unseren Kasten geworfen wurde, nachdem er seine Post rausgenommen hatte… Auf dem Zettel stand:
Unser Zustelldienst war heute 9:05 Uhr bei Ihnen, um die von Ihnen bestellte Ware anzuliefern. Leider haben wir Sie nicht angetroffen…
Blablabla. Ja und nun??? Auf dem Zettel stand die Nummer der Spedition, die ich dann mit hervorstehender Halsschlagader auch gleich eintippte. Ich musste mich höllisch zusammenreißen, damit die vor Wut zitternden Finger die richtigen Ziffern auf dem Telefon erwischten. Und was dann kam, schlägt dem Fass den Boden aus. Eine nur auf den Feierabend wartende, dämliche, jungsche Kuh Dame, von der Stimme her jünger als ich, meldete sich am anderen Ende. Angenervt, warum denn überhaupt jemand anruft. Und keine Ahnung von der Materie. Ich erklärte die Situation in so einfachen Worten wie nur möglich und bat sie, den Fahrer anzurufen, damit er uns den Spüli noch liefert. Oder sie solle mir die Nummer des Fahrers geben, dann würde ich das selbst tun. Dann gabs in etwa folgenden Dialog:
Sie: Ich darf die Handynummer des Fahrers nicht herausgeben. Außerdem ist der eh schon aus Halberstadt raus und auf dem Rückweg ins Lager. Es bringt also auch nichts, wenn Sie den Fahrer anrufen, weil der ja schon aus Halberstadt raus ist. Aber ich kann Ihnen einen Ersatztermin anbieten.
Ich: Wann wäre denn der Ersatztermin? Wissen Sie, wir sind nämlich beide berufstätig und außer Freitag nachmittag ist eine Lieferung nicht möglich. Es sei denn Sie liefern auch samstags aus.
Sie: Samstags *lachen*, nein am Wochenende liefern wir nicht aus. Nachmittags liefern wir in Halberstadt nie aus, nur vormittags oder sie zahlen die Extratour.
Ich: Also in der Woche vormittags können Sie knicken, ich nehm doch keinen Tag Urlaub, nur damit Ihre unflexible Spedition meine Ware zustellen kann. Da müssen Sie sich schon was anderes einfallen lassen. Außerdem hatten wir den Geschirrspüler explizit auf Wunschtermin bestellt und dafür auch ausreichend Kohle bezahlt…
Sie: Moment bitte *Wartemelodie im Ohr*… äähm, hören Sie?
Ich: Ja ich bin noch da…
Sie: Wir können da gar nichts machen, dann müssen Sie wohl mal einen Tag Urlaub nehmen…
Ich: Nein, ich nehme bestimmt keinen Tag Urlaub für eine Sache von 10 Minuten. Wo kommen wir denn dahin, wenn ich mir meinen Urlaub von einer inkompetenten Spedition vorschreiben lasse. *tieflufthol* Wissen Sie was, Sie können den Spüler so wie er ist an N*ck*rmann zurückschicken und als Begründung können Sie angeben, dass Ihre Spedition nicht im Stande ist, eine Lieferung fachgerecht auszuführen.
Hörer aufgelegt, Prinz 2.0!!! angerufen und ins Bild gesetzt. Hörer wieder aufgelegt, N*ck*rmann angerufen. Nette Dame am Telefon, gleich mal vorgewarnt, dass ich auf 180 bin und es sich nicht gegen Sie oder gegen N*ck*rmann richtet, sondern ich meinen Ärger auf die Spedition Fischer aus M. beziehe.
Ihr die Situation geschildert. Sie hat den Fall aufgenommen und gibt ihn gemäß Vorschrift standardmäßig an die Revisionsabteilung weiter. Ich habe der Dame auch gleich noch mitgeteilt, dass der Spüler zurückkommt. Sie hat sich tausend Mal entschuldigt, obwohl sie ja gar nichts dafür kann. Auf die Frage, ob wir denn trotzdem weiter bei N*ck*rmann bestellen, konnte ich nichts anderes als das sagen:
Wir werden weiterhin bei Ihnen bestellen, aber definitv nur Dinge, die als normales Paket mit der Post geliefert werden. Von sperrigen Gütern, die eine Spedition liefert, werden wir nichts bestellen.
Mit einem Lächeln in der Stimme stellte die Dame fest, dass Sie das sehr gut nachvollziehen kann und wünschte mir trotz allem ein schönes Wochenende und dass wir anderswo eine kompetentere Spedition erwischen, die uns dann den Spüli liefert.
Wir haben jetzt den Spüli bei O**o bestellt. Da kommt der Götterbote, sogar am Wochenende. Wunschtermin ist der kommende Samstag. Es liegt bereits per Mail die Bestätigung vor, dass das Gerät am 28.06. ausgeliefert werden kann. Wir bekommen aber noch einen auf 2 Stunden eingegrenzten Lieferzeitraum mitgeteilt. Na da bin ich aber mal gespannt, obs dies mal funktioniert.
Dann hofft mal mit uns, dass wir nur noch eine Woche spülen müssen. Ich hasse abwaschen!!! 